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Do-not-say-Liste und Pflicht-Claims: rechtssichere Freitext-Regeln in Content-Office

Regulierte Begriffe, verbotene Heilsversprechen, Preisangaben mit Pflichtzusätzen: Wer Content in sensiblen Branchen produziert, braucht klare Sprachregeln. Der Freitext in Content‑Office ist der richtige Ort, um Do‑not‑say‑Listen und Pflicht‑Claims festzulegen – präzise, wiederverwendbar und für die KI eindeutig interpretierbar. Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie beides sauber hinterlegen, an Beispielen aus der Praxis, inklusive Vorlagen zum Einfügen.

Warum klare Leitplanken im Freitext unverzichtbar sind

Ohne schriftliche Regeln entstehen Ton- und Rechtsrisiken: mal ein unzulässiges „garantiert“, mal ein weicher „Test‑Sieger“-Claim ohne Quelle. Eine belastbare Freitext‑Seite schafft Verbindlichkeit für die KI – sie vermeidet verbotene Formulierungen, erzwingt Pflicht‑Hinweise und hält fest, welche Aussagen nur mit Quelle oder in einer bestimmten Wortwahl erlaubt sind.

Was in die Do-not-say-Liste gehört

  • Unzulässige Superlative und Heilsversprechen: „einzigartig“, „marktführend“, „heilt“, „wirkt sofort“, „garantiert“.
  • Irreführende Green‑Claims: „klimaneutral“, „umweltfreundlich“, „emissionsfrei“ – sofern nicht belegbar und freigegeben.
  • Preisfallen: „billig“, „zum Nulltarif“, „gratis“ bei faktischen Bedingungen; stattdessen „kostenfrei“ nur, wenn wahr.
  • Vergleichsaussagen ohne Beleg: „besser als“, „Testsieger“ ohne Quelle/Datum/Testkategorie.
  • Rechtlich sensible Begriffe: „Therapie“ bei Wellness, „zertifiziert“ ohne Zertifikatsangabe, „CE‑geprüft“ (CE ist keine Prüfung).

Tipp: Notieren Sie pro verbotener Formulierung eine zulässige Alternative. So reduziert die KI Eigeninterpretationen und Korrekturschleifen.

Pflicht-Claims richtig abbilden

Pflicht‑Claims sind Aussagen, die aus rechtlichen oder vertraglichen Gründen erscheinen müssen – oft wörtlich und teils nur unter bestimmten Bedingungen.

  • Wörtliche Pflicht‑Claims: Müssen exakt so stehen (z. B. Sicherheits‑ oder Risiko‑Hinweise, Dosier‑Hinweise, Garantiebedingungen).
  • Bedingte Pflicht‑Claims: Nur wenn eine bestimmte Aussage fällt (z. B. „Testsieger“ → Quelle/Datum/Kategorie nennen).
  • Kontext‑Pflichten: Bei Preisen immer inkl./exkl. Umsatzsteuer klären, bei Finanzthemen Risiko‑Hinweis ergänzen, bei Medizin Hinweis auf fachliche Beratung.
  • Kanal‑Kurzformen: Auf Social knapper, im Blog vollständig – aber inhaltlich identisch.

Regelbaukasten für den Freitext (zum Einfügen)

Die folgenden Bausteine können Sie direkt in Ihrer Freitext‑Referenz in Content‑Office verwenden und projektspezifisch anpassen.

1) Do-not-say-Liste mit Alternativen

Do-not-say-Liste (verbotene Begriffe/Claims) – stets vermeiden, auch sinngleich:
- „garantiert“, „heil(t)“, „sofortige Wirkung“ → Alternative: „kann unterstützen“, „in der Regel“
- „einzigartig“, „marktführend“ → Alternative: „bewährt“, „weit verbreitet“ (nur wenn zutreffend)
- „klimaneutral“, „emissionsfrei“ → Nur nach Freigabe mit Quelle; sonst: „ressourcenschonend konzipiert“ (sofern belegbar)
- „Testsieger“ ohne Quelle → Wenn genutzt, Pflicht: Testanbieter, Kategorie, Ausgabe/Datum nennen
- „gratis“ bei Bedingungen → Alternative: „kostenfrei“ nur, wenn ohne Bedingungen; sonst „ohne zusätzliche Kosten ab Paket X“

2) Pflicht-Claims – wörtlich übernehmen

Pflicht-Claims – wörtlich und unverändert verwenden:
- Medizin/Wellness (generisch): „Hinweis: Dieses Angebot ersetzt keine ärztliche Beratung oder Behandlung.“
- Finanz (generisch): „Hinweis: Wertentwicklungen der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Entwicklung.“
- Sicherheit (generisch): „Installation nur durch qualifiziertes Fachpersonal. Sicherheitshinweise des Herstellers beachten.“

3) Bedingte Pflicht-Claims – nur wenn X gesagt wird

Bedingte Pflicht-Claims:
- Wenn „Testsieger“/„Auszeichnung“ erwähnt wird → Nenne Quelle (z. B. Stiftung Warentest), Testkategorie, Ausgabe/Datum; ohne diese Angaben nicht verwenden.
- Wenn Preis genannt wird → Immer klarstellen: inkl./exkl. USt.; bei Aktionspreisen Laufzeit und Bedingungen angeben.
- Wenn Produktleistung in %/Zahlen genannt wird → Bezugsgröße nennen (Messverfahren, Vergleichsbasis) oder Aussage weglassen.

4) Kanalabhängige Kurzformen

Kanal-Varianten (inhaltlich identisch, sprachlich gekürzt auf Social):
- Blog (vollständig): „Preis ab 990 € zzgl. USt.; Angebot gültig bis 31.12.; Details in den Aktionsbedingungen.“
- LinkedIn/Xing (kompakt): „Ab 990 € zzgl. USt.; gültig bis 31.12.; Details siehe Link.“
- Instagram/Facebook: „Ab 990 € zzgl. USt.; bis 31.12.; mehr im Link.“

Schritt-für-Schritt: so hinterlegen Sie Leitplanken in Content-Office

  1. Risiko‑Zonen sammeln: Liste der heiklen Aussagen aus bisherigen Texten, Recht/Regulatory, Vertrieb.
  2. Freitext strukturieren: Abschnitte „Do‑not‑say“, „Pflicht‑Claims (wörtlich)“, „Bedingte Pflicht‑Claims“, „Kanal‑Kurzformen“, „Terminologie“ anlegen.
  3. Wortlaut fixieren: Pflicht‑Claims so notieren, wie sie erscheinen sollen – ohne Platzhalter oder Variationen.
  4. Alternativen angeben: Für jede verbotene Formulierung eine erlaubte Variante definieren.
  5. Testlauf starten: Ein vorhandenes Thema erzeugen lassen, prüfen, ob Regeln greifen; bei Abweichungen Freitext präzisieren.
  6. Regelpflege einplanen: Bei neuen Kampagnen oder Rechtstext‑Updates Freitext mit Datum ergänzen und kurz testen.

Branchenbeispiele: vier Szenarien zum Nachbauen

1) Finanzdienstleistungen

  • Do‑not‑say: „sicherer Gewinn“, „risikofrei“, „garantierte Rendite“.
  • Pflicht‑Claim (wörtlich): „Wertentwicklungen der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Entwicklung.“
  • Bedingt: Bei Kostenangaben Verwaltungsgebühren und mögliche Ausgabeaufschläge benennen.

2) Gesundheit/Nahrungsergänzung

  • Do‑not‑say: „heilt“, „therapiert“, „behandelt“ für Nahrungsergänzung.
  • Pflicht‑Claim (wörtlich): „Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung.“
  • Bedingt: Bei Health‑Claims nur zugelassene Formulierungen nutzen; Quelle/Verordnung referenzieren.

3) Technik/Green Claims

  • Do‑not‑say: „emissionsfrei“, „klimaneutral“ ohne Bilanz/Label.
  • Pflicht‑Claim (bedingt): Wenn „Energieersparnis in %“ genannt wird, Messmethode und Vergleichsgerät angeben.
  • Kanal‑Kurzform: Social verkürzen, aber Messbezug beibehalten („gemessen im internen Standardtest, Basis: Vorgängermodell“).

4) Preis/Garantie

  • Do‑not‑say: „lebenslange Garantie“ ohne Bedingungen.
  • Pflicht‑Claim (wörtlich): „Garantiebedingungen und Umfang unter [URL]“; im Blog verlinken, Social knapp benennen.
  • Bedingt: Bei „ab Preis“ immer Konfiguration/Leistungsumfang nennen.

Qualität sichern: Test, Qualitätscheck, Aktualisierung

  • Testartikel erzeugen: Ein kurzes Thema mit typischen Risikoaussagen generieren lassen. Prüfen, ob Do‑not‑say eingehalten und Pflicht‑Claims gesetzt sind.
  • Qualitätscheck lesen: Grammatik/Ton korrigiert der Qualitätscheck automatisch; rechtliche Freigaben bleiben Ihre Entscheidung. Heikle Fakten manuell verifizieren.
  • Freitext nachschärfen: Wenn eine Regel nicht greift, konkreter formulieren (z. B. „Das Wort ‚garantiert‘ niemals verwenden. Alternative: ‚in der Regel‘.“).
  • Versionsstand führen: Am Ende des Freitexts ein Änderungsdatum und Verantwortliche notieren. Bei neuen Kampagnen oder Rechtsupdates kurz gegenlesen und testen.

Hinweis: Der Qualitätscheck unterstützt Ton und Form. Eine juristische Prüfung ersetzt er nicht.

30-Minuten-Checkliste für Ihr Regelwerk

  1. 10 Minuten: Heikle Begriffe/Claims aus drei letzten Veröffentlichungen sammeln.
  2. 10 Minuten: Do‑not‑say mit Alternativen und 3–5 Pflicht‑Claims wörtlich notieren.
  3. 5 Minuten: Kanal‑Kurzformen definieren (Blog voll, Social kurz).
  4. 5 Minuten: Testthema erzeugen, prüfen, eine Regel präzisieren und speichern.

Fazit

Ein klarer Freitext mit Do‑not‑say‑Liste und Pflicht‑Claims macht regulierte Kommunikation planbar: weniger Risiko, weniger Korrekturschleifen, konsistente Aussagen auf allen Kanälen. In Content‑Office reichen wenige, präzise Regeln, um die KI sicher zu lenken – vom Entwurf bis zur Veröffentlichung. Wer das in der Praxis erproben möchte, startet am besten mit einem kompakten Regelset und einem Testlauf. Die kostenlose 30‑Tage‑Phase von Content‑Office bietet dafür einen risikofreien Rahmen.

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